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1. Juli 2025  (aktualisiert am 30. Juli 2025)

Physikalischer Holzschutz durch offenporige Anstriche

von  Redaktion Holzbau Fachhandel | 6 Min. Lesezeit | #holzschutz  #holzbau  #offenporig  #nachwachsende Rohstoffe  #Fassade 

Der Trend zum Bauen mit nachwachsenden Rohstoffen hat in den letzten Jahren erheblich an Bedeutung gewonnen. Planer, Architekten und Bauherren können beim Einsatz von Holz an der Fassade, am Gartenhaus oder auf dem Terrassenboden zwischen verschiedensten Holzarten und Oberflächenbehandlungen wählen und somit den kompletten Charakter und die Optik des Outdoor-Ambientes beeinflussen.

Eine Frau streicht mit einem breiten Pinsel eine Lasur zum Schutz einer Holzfassade in Faserrichtung auf die Fassadenbretter eines Hauses.
Die Herausforderung: Holz ist im Außenbereich an 365 Tagen im Jahr der Witterung ausgesetzt – Regen, Sonne, Wind und Schnee verlangen dem natürlichen Werkstoff viel ab. Damit das Holz lange attraktiv und funktional bleibt, sollte es von Beginn an zuverlässig geschützt werden. Neben dem konstruktiven Holzschutz, bei dem z. B. die Fassade durch bauliche Maßnahmen so gestaltet wird, dass sie möglichst wenig der Witterung und Feuchtigkeit ausgesetzt ist, spielt dabei vor allem der physikalische Holzschutz eine entscheidende Rolle.
Speziell entwickelte, offenporige Anstrichsysteme schützen das Holz langfristig, ohne seine natürlichen Eigenschaften einzuschränken. Sie sind au die spezifischen Anforderungen des Materials abgestimmt und unterstützen aktiv den Feuchtigkeitsaustausch.
Foto: Osmo Holz und Color GmbH & Co. KG

Vielfältige Möglichkeiten: Welche Anstrichsysteme gibt es?

Vier Reihenhäuser, die nebeneinander stehen. Die Häuser haben Fassaden aus Holz, jedes in einer anderen Farbe: grün, blau, rot und gelb.
Der physikalische Holzschutz minimiert nicht nur wetterbedingte Schäden an der Holzoberfläche, sondern trägt auch zu einer individuell gestaltbaren Optik bei. So sind die farblichen Gestaltungsmöglichkeiten z. B. mit deckenden Anstrichen nahezu grenzenlos.
Viele Produkte bieten dabei ein breites Farbspektrum - bis hin zu individuell gemischten RAL- oder NCS- Farbtönen. Lasierende Systeme hingegen setzen auf Transparenz und unterstreichen den natürlichen Charakter des Holzes, ohne auf den Schutz zu verzichten.
Foto: Osmo Holz und Color GmbH & Co. KG

Vor allem ölbasierte Anstrichsysteme haben sich bewährt: Sie sich ansatzfrei auftragen und trocken während der Verarbeitung nicht an. Gleichzeitig kann das Holz weiter „atmen“, ohne Schaden zu nehmen. Ölbasierte Anstrich blättern im Gegensatz zu Lacken nicht ab oder reißen ein. Zusätzliche Wirkstoffe können das Holz vor Pilzen, Algen oder Schimmel schützen. Schnelltrocknende Varianten ermöglichen sogar fertige Oberflächen innerhalb eines Tages, teils mit nur einem einzigen Streichvorgang, was handfeste Vorteile in Sachen Material- und Zeitersparnis mit sich bringt. Auch pigmentierte UV-Schutz-Öle tragen zum langfristigen Erhalt des Holzes bei: Sie bewahren den Ursprungsfarbton und schützen gegen UV-Strahlung, die das Lignin im Holz abbaut und das Holz schnell vergrauen lässt. Viele Bauherren setzen aber inzwischen auch ganz gezielt auf den edlen Look der silbergrauen Patina, die das Holz durch die natürliche Abwitterung erhält. Um eine gleichmäßige Vergrauung zu erzielen und partiell auftretende Unterschiede in der Abwitterung von vornherein zu vermeiden, können spezielle Vergrauungs-Lasuren zum Einsatz kommen.

Diffusionsoffene Anstriche unterstützen die natürlichen Eigenschaften von Holz

Ein kleines Stückchen eines modernen Einfamilienhauses. Die Fassade an der Terrasse ist durch vertikal angebrachte Profilhölzer vor der Witterung geschützt.
Holz ist sowohl der älteste Baustoff der Menschheit als auch der einzige, der direkt aus der Natur kommend verarbeitet werden kann. Für alle anderen sind verschiedene, zum Teil energieintensive Herstellungsprozesse nötig.
Außerdem ist Holz, wenn es entsprechend behandelt wird, extrem lange haltbar – Bauten aus Holz können Jahrhunderte überdauern. Ein weiterer Pluspunkt: Holz ist ein diffusionsoffenes Baumaterial. Da ist es nur folgerichtig, sich auch beim Anstrichsystem für diffusionsoffene Lösungen zu entscheiden, die die natürliche Aufnahme und Abgabe von Feuchtigkeit bestmöglich unterstützen.
Foto: Osmo Holz und Color GmbH & Co. KG

Die Kombination aus Witterungsschutz und Feuchtigkeitsregulierung trägt dazu bei, dass das Holz weniger reißt, schwindet oder aufquillt. So bleibt es länger haltbar/funktionstüchtig und optisch ansprechend. Da sich keine Feuchtigkeit unter der Beschichtung staut, bleibt der Anstrich elastisch und haftet besser. Das Risiko, dass er abblättert oder reißt, wird stark reduziert – ein häufiger Schwachpunkt bei nicht diffusionsoffenen Lacken, denn diese verhindern den Feuchtigkeitsaustausch. Zwar bieten sie zum Teil eine recht resistente Oberfläche, kommt es jedoch zu Rissbildung – sei es durch direkte Sonneneinstrahlung oder den mangelnden Feuchtigkeitsausgleich ¬– kann hier beinahe ungehindert Wasser in das Holz eintreten. Die Folge: Es kommt zu Pilzbefall und Fäulnis, wodurch immer größere Flächen abplatzen und das Eindringen von noch mehr Feuchtigkeit begünstigt wird. Viele moderne diffusionsoffene Produkte basieren außerdem auf natürlichen Rohstoffen und sind damit umweltschonender als herkömmliche Lacke.

Ein modernes Einfamilienhaus. Die untere Etage ist mit einer vertikal angebrachten Holzfassade vor der Witterung geschützt.
Ein weiterer Vorteil hochwertiger, diffusionsoffener Anstrichsysteme ist, dass generell keine Grundierung erforderlich ist. Die behandelte Holzoberfläche braucht im Renovierungsfall nicht abgeschliffen werden und ist optimal gegen Reißen, Abblättern und Abschuppen geschützt.
Um die Oberfläche wieder aufzufrischen, reicht es aus, die Fläche zu reinigen und das Holz dünn nachzustreichen. Da gerade auf großen Flächen wie der Fassade oder der Terrasse Schleifarbeiten meist sehr aufwändig, zeitraubend und dadurch teuer sind, ergeben sich hieraus handfeste wirtschaftliche Vorteile: Der Handwerker spart Zeit, der Kunde Geld.
Foto: Osmo Holz und Color GmbH & Co. KG
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Redaktion Holzbau Fachhandel

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