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1. Februar 2024  (aktualisiert am 11. Juli 2025)

Der CO2-Preis und seine Folgen

von  Redaktion Holzbau Fachhandel | 5 Min. Lesezeit | #co2  #co2-Preis  #co2-bepreisung  #Gas  #Strom 

Die Bundesregierung hat sich auf einen Haushalt für das kommende Jahr geeinigt. Um tatsächliche Einsparungen zu umgehen, vereinbarten die Koalitionäre unter anderem einen höheren Preis für den Ausstoß von klimaschädlichem Kohlendioxid. Der CO2-Preis wird stärker angehoben als zunächst geplant: von 30 Euro je Tonne CO2 auf 45 statt nur auf 40 Euro. Das bedeutet für Verbraucher, dass viele Dinge teurer werden. Unter anderem soll der CO2-Preis steigen, wodurch vor allem im Energiesektor Preissteigerungen auf uns zukommen.

Auswirkungen sind vor allem bei den Kosten für Sprit, Erdgas und Heizöl zu erwarten. Das zum Sozialausgleich versprochene Klimageld für steigende Klimaschutz-Belastungen bleibt vorerst aus, obwohl das Finanzministerium von Christian Lindner beteuert, mit der Umsetzung voll im Zeitplan zu sein. Wirtschaftsexperten und Verbände kritisieren das stark.

Frau in dicker Winterbekleidung steht an einer Heizung und wärmt sich

Auswirkungen beim Gas

Die Anhebung des CO2-Preises von 30 auf 45 Euro werden Verbraucherinnen und Verbraucher im kommenden Jahr bei ihrer Gasrechnung spüren. Laut dem Vergleichsportal Check24 dürften die Gaspreise durchschnittlich um 17 Prozent steigen. Demnach muss ein vierköpfiger Musterhaushalt mit einem Gasverbrauch von 20.000 Kilowattstunden mit jährlichen Mehrkosten von 71 Euro brutto beziehungsweise 60 Euro netto rechnen.

Zusätzlich fiel die Gaspreisbremse am 1. Januar 2024 weg, wodurch der Vierpersonenhaushalt mit 20.000 Kilowattstunden Gasverbrauch 107 Euro brutto beziehungsweise 90 Euro netto mehr bezahlen muss. Mit dieser Preisbremse übernahm der Staat 2023 einen Teil der Gaskosten für Verbraucherinnen und Verbraucher. Durch diese Subvention sollten die enormen Preissteigerungen infolge des Ukraine-Krieges abgefedert werden. Die Bundesregierung verlängert die Preisbremsen jedoch nicht.

Zusammengerechnet ergeben die Mehrkosten durch den CO2-Preis und den Wegfall der Gaspreisbremse für einen Vierpersonenhaushalt 178 Euro. Diese Summe wird noch einmal steigen, weil darauf ab März 2024 statt sieben Prozent wieder 19 Prozent Mehrwertsteuer anfallen werden. Unterm Strich bilanzieren sich die zusätzlichen Kosten für den Musterhaushalt damit auf 211 Euro.

Auswirkungen beim Strom

Auch beim Strom kommen Mehrkosten auf Verbraucher und Betriebe zu. Eigentlich wollte die Bundesregierung im kommenden Jahr 5,5 Mrd. Euro aus dem Wirtschaftsstabilisierungsfonds ausgeben, um steigende Netznutzungsentgelte aufzufangen. Diese Subvention ist nun gestrichen.

Die Entgelte, die die Netzbetreiber für die Durchleitung des Stroms verlangen, zahlt jeder Verbraucher über seine Stromrechnung mit. Im kommenden Jahr werden die Netzbetreiber nun etwa doppelt so viel berechnen wie ursprünglich geplant: Statt etwas mehr als 3 Cent pro Kilowattstunde werden deutlich über 6 Cent fällig, wie die Betreiber am Mittwoch mitteilten.

Laut Check24 muss ein vierköpfiger Musterhaushalt mit 5.000 Kilowattstunden Stromverbrauch 2024 mit mehr als 100 Euro zusätzlich für Netznutzungsentgelte auf der Stromrechnung rechnen. Mehrkosten von 46 Euro wären für die Beispielfamilie selbst mit der staatlichen Subvention angefallen, nun kämen noch einmal 56 Euro drauf, rechnet Check24 vor. Das Vergleichsportal nimmt dabei Netznutzungsentgelte von 6,68 Cent statt den eigentlich vorgesehenen 3,19 Cent an.

Abgesehen von der Änderung bei den Netzentgelten hatte die Bundesregierung aufgrund der Haushaltskrise zuvor bereits ein vorzeitiges Ende der Strompreisbremse angekündigt. Statt Ende März 2024 läuft diese bereits zum Jahreswechsel aus. Dadurch entstehen Verbrauchern in teuren Tarifen Mehrkosten – in den allermeisten Fällen aber überschaubare. Selbst Kunden in der tendenziell teuren Grundversorgung kostet das vorzeitige Preisbremsen-Aus laut Verivox im Schnitt 5 Euro im Jahr. Verbraucherschützer kritisieren, dass durch die Beschlüsse private Haushalte 2024 mehr für Strom bezahlen müssen, während der von der Regierung vorgesehene vergünstigte Industriestrompreis trotzdem kommen soll. Zur Wahrheit gehört aber auch: Viele Haushalte hätten noch deutliches Sparpotenzial, wenn sie selbst aktiv werden und in einen günstigeren Tarif wechseln würden.

Wärmepumpe am Wohnhaus im Winter von Schnee umgeben

Auswirkungen beim Sprit

Im Vergleich zu 2023 steigt der CO₂-Preis für den Liter Benzin um rund 4,3 Cent und für den Liter Diesel um rund 4,7 Cent. Gegenüber den ursprünglichen Planungen (40 Euro pro Tonne) müssen Autofahrende also allein für den CO2-Preis 1,4 Cent beziehungsweise 1,6 Cent mehr bezahlen. Interessant ist dabei der Blick in den Dezember 2023. Während die Spritpreise in den letzten drei Monaten des vergangenen Jahres sanken, stiegen sie ab dem 19. Dezember wieder an. Aus diesem Grund wirken die Erhöhungen vom 31.12.2023 auf den 01.01.2024 nicht sonderlich hoch. Der ADAC ermittelte in seiner wöchentlichen Auswertung der Spritpreise einen leichten Anstieg nach dem Jahreswechsel. Demnach müssen Verbraucher für einen Liter Diesel im Schnitt 1,698 Euro zahlen, etwa einen Cent mehr als zuvor. Der Preis für Super E10 erhöht sich um 2,1 Cent im Vergleich zur Vorwoche und liegt im bundesweiten Mittel derzeit bei 1,728 Euro.

Was ist der CO2-Preis eigentlich genau?

Der CO2-Preis wird umgangssprachlich auch als CO2-Steuer bezeichnet. Dessen Grundlage ist der Handel mit CO2-Zertifikaten, also der sogenannte Emissionshandel. Wer CO2 produziert, muss sich die "Erlaubnis" dafür erkaufen, indem er die Rechte in Form eines Zertifikats dafür erwirbt. Pro Tonne CO2, die in die Atmosphäre gerät, ist ein bestimmter Preis fällig, der sich täglich ändert - ähnlich wie die Preise an der Strombörse.

Wer mehr CO2 produziert, als er in Form von Zertifikaten besitzt, muss nachkaufen. Wer weniger produziert, kann seine Verschmutzungsrechte wieder verkaufen. Die Gesamtmenge an CO2-Zertifikaten ist begrenzt und sinkt jährlich. Der EU-weite Emissionshandel wurde 2005 eingeführt und soll helfen, die Treibhausgasemissionen schrittweise zu senken und bis 2050 auf null zu setzen. Die Einnahmen aus der CO2-Bepreisung in Deutschland fließen in den Klima- und Transformationsfonds, aus dem Projekte unter anderem für Klimaschutz finanziert werden.

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