Ständerwerke aus Stahl-Leichtbau schaffen breitere Einsatzmöglichkeiten
Das Ständerwerk ist ein zentrales Element im Trockenbau. Die Konstruktion aus Holz oder Metall ermöglicht das Anbringen von Trockenbauwänden und -decken aus Gipskarton und -faser. Diese Leichtbauweise hat in der Regel eine geringe Tragfähigkeit, die sich durch doppelte Verplankung oder Quertraversen erhöhen lässt. Eine deutliche Verbesserung dieser Eigenschaften entsteht durch die Kombination von Trockenbau und Stahl-Leichtbau. Das ist wichtig, da sich über den klassischen Innenausbau hinaus auch tragende Trockenbausysteme (zum Beispiel Raum-in-Raum-Systeme, Aufstockungen, Ein- und Mehrfamilienhäuser), feuchtebeanspruchte Trockenbausysteme (etwa Wellnessbereiche und Schwimmbäder, Außenanwendungen) sowie Trockenbau im Außenbereich wie Fassadensysteme und Außendecken etabliert haben.
Was ist Stahl-Leichtbau?

Stahl-Leichtbau als Ständerwerk im Trockenbau
Trägerkonstruktionen in Stahl-Leichtbauweise werden vor allem aus kaltverformten C-, DT- und U-Profilen erstellt, die nach Bedarf miteinander kombiniert werden und eine große Variabilität ermöglichen. Weitspannträger lassen große Spannweiten zu, auch mit hohen Deckenbelastungen. Durch die große Flexibilität können An- und Nebenbauten ohne Mauerwerksarbeiten realisiert werden. Bei Aufstockungen kommt es zu einer deutlich geringeren Belastung des Bestandsgebäudes.
Das geringe Gewicht macht Transport und Montage der Bauteile schnell und einfach. Bei Fassade und Aufstockungen im Hochhausbereich ist die mögliche Nichtbrennbarkeit der Bauteile ein entscheidendes Argument. Es müssen dann ausschließlich Produkte der Baustoffklassen A1 oder A2 verwendet werden. Trockenbauwände in Stahl-Leichtbauweise ähneln vom Aufbau her klassischen Trockenbauwänden. Es werden allerdings Profile mit größerer Blechdicke eingesetzt – in der Regel für Wände 1,5 mm bis 2,0 mm und für Decken 2,0 mm bis 2,5 mm. Zum Einsatz kommen überwiegend kontinuierlich feuerverzinkte Bleche.
Aufbau eines Ständerwerks
Ein oberes U-Profil verteilt die vertikalen Lasten auf die Ständer, während horizontal tragende Elemente, die Decken, entweder über Konsolen angeschlossen oder auf die Wandelemente gelegt werden. Das Rastermaß der Profile ist variabel und richtet sich nach den Plattenformaten und den statischen Anforderungen. Die Art und Dicke der Beplankung des Metallständerwerks wird bestimmt durch die statischen, brandschutztechnischen und bauakustischen Anforderungen an das Bauteil. Zur Anwendung kommen Gipsplatten, Gipsfaserplatten, zementgebundene Platten sowie Holzwerkstoffplatten. Im Außenbereich müssen die verwendeten Plattenwerkstoffe Feuchteresistenz bieten. Die Beplankungen werden üblicherweise auf die Metallständer mit Bohrschrauben befestigt. Alternativ ist auch eine Verbindung mit Druckluftnagelung möglich.
Lastabtragung, Dämmung und Brandschutz
Da die Plattenwerkstoffe in der Regel an der Lastabtragung beteiligt sind, müssen ihre mechanischen Eigenschaften über Zulassungen geregelt sein. Konstruktiv muss durch ausreichend dimensionierte Zugverankerung sichergestellt sein, dass die Zugkräfte in die darunterliegenden Geschosse bis in die Gründung weitergeleitet werden können. Das gilt auch für die Querkräfte. Die Tragfähigkeitsnachweise einer Konstruktion sollten von einem Statiker erstellt werden, da die Regelungen noch lückenhaft sind. In der Luftschall- und Trittschalldämmung gelten die Wirkungsweisen des Trocken- und Leichtbaus.
Falls es keine schalltechnischen Prüfzeugnisse gibt, kann das Schalldämm-Maß auf Basis vergleichbarer nicht tragender Trockenbauwände abgeschätzt werden. Da die Profile von Konstruktionen in Stahlprofil- Leichtbauweise dicker sind, ist ein Abzug von 2 dB ratsam. Stahl besitzt eine hohe Wärmeleitfähigkeit, weshalb Außenbauteile in Stahl-Leichtbauweise stärker anfällig für Wärmebrücken sind, insbesondere die Profile. Um diese Brücken zu vermeiden, kann eine zusätzliche Dämmung, beispielsweise durch ein außen liegendes Wärmedämmverbundsystem oder eine innen liegende Vorsatzschale ergänzt werden.
Beim Brandschutz liegt der wesentliche Unterschied von Bauteilen für Stahl- Leichtbau zu herkömmlichen Trockenbauteilen darin, dass tragende Bauteile zusätzlich ihre statische Funktion beibehalten müssen („REI“). Daher müssen sie von der Brandeinwirkung gekapselt werden, da die Festigkeit von Stahlbauteilen ab einer Temperatur von über 500 °C deutlich zurückgeht. Deshalb ist die Bekleidung von tragenden Bauteilen in Stahl-Leichtbauweise entsprechend dicker, um den Anforderungen des Feuerwiderstands zu entsprechen.